Plogging - wer oder was ist das?

Es ist mal wieder an der Zeit, von einem neuen Trend im Sport zu berichten. Ich bin ja selber sehr aktiv und dadurch auch immer wieder offen für die neuesten Strömungen rund um die Bewegung. Bei einer kleinen Internetrecherche bin ich auf „Plogging“ aufmerksam geworden und fragte mich, was das wohl sein kann. Zuletzt war ja „Crunning“ voll im Trend. Eine Sportart, bei der man auf allen Vieren wie die wilden Tiere durch Parks und Fussgängerzonen rennt.

Beim Plogging ist die Idee noch viel einfacher. Während des Joggings wird Müll aufgesammelt. So kann man das Prinzip zusammenfassen. Es ist ganz einfach und jeder kann mitmachen.

Um gegen die „Vermüllung“ auf Strassen und in Parks etwas zu unternehmen, haben sich pfiffige Schweden dieses Konzept überlegt. Dabei joggt man mit einer Mülltüte bewaffnet durch die Gegend und sammelt währenddessen alles ein, was nach Abfall aussieht. Durch das Plogging werden nicht nur die Strassen sauberer, die Jogger profitieren auch von den neuen Bewegungen! Bücken, Aufrichten, Tempo verlangsamen und wieder schneller werden. Durch diese zusätzlichen Bewegungen werden weitere Muskelgruppen trainiert! Das Wort leitet sich übrigens aus dem Schwedischen von „plocka“ (zu Deutsch: Sammeln) und Jogging ab. Wer nun mit einer Mülltüte bewaffnet durch die Gegend rennt und dabei noch Selfies macht, verbreitet die Idee und regt andere Leute dazu an. So läuft das heutzutage und eine Idee kann über Nacht einschlagen wie ein Meteorit. Mit der App „Lifesum“ kann man sogar seine Route tracken und die individuelle Müllbilanz veröffentlichen!

Das Müllsammeln ist allerdings nicht nur in den Städten verbreitet. Gerade für Strände und Meere ist dieser Trend weltweit stark im Kommen . In manchen Regionen schaffen es Leute mit ihrem individuellen Aktionismus ganze Strände zu säubern.

Als ich den Trend übrigens neulich im Engadin ausprobieren wollte, kam ich mit fast leeren Tüten wieder nach Hause. Entweder ist der Trend hier schon längst angekommen oder das Bewusstsein für Abfall ist hier einfach grösser als in den Städten. Wie dem auch sei: ein Vorbild ist unsere Bergregion allemal! 

Anne-Marie Flammersfeld

Anne-Marie Flammersfeld ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und Ultraläuferin.

2012 konnte sie als erste Frau der Welt alle vier Rennen der "Racing the Planet 4 Deserts Serie" gewinnen und lief 1000 Kilometer die vier grössten Wüste der Welt. Seitdem sucht sie immer wieder neue sportliche Herausforderungen im Wettkampf und in eigenen Projekten, wie „Bottom Up Seven Volcanic Summits“. 2015 konnte sie u.a. einen neuen weiblichen Speed-Run-Weltrekord auf den Kilimandscharo aufstellen. Zudem hält sie weitere Streckenrekorde u.a. beim Nordpol,- und Volcanomarathon.

Mit ihren Wettkämpfen unterstützt sie die Stiftung „Paulchen Esperanza“, die sich für benachteiligte Kinder in Schwellenländern einsetzt.

Die 37 jährige deutsche Sportlerin arbeitet mit ihrem eigenen Unternehmen all mountain fitness als Personal Coach im schweizerischen St. Moritz. Sie hält regelmässig Vorträge zu Themen aus den Bereichen Motivation, Begeisterung, Erfahrung sammeln und Grenzen überwinden.

www.allmountainfitness.ch

annemarieflammersfeld.blogspot.com

 

Neuer Kommentar
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Die E-Mailadresse wird hier nicht veröffentlicht.

1 Kommentare

Hans Peter Speich

04. April 2018

Das Blogging hat der St. Moritzer Hotelier Claudio Bernasconi schon vor vielen Jahren im Engadin eingeführt. Seine Hotelgäste haben mit Spass daran teilgenommen