Trailrunning - alles ist möglich! Foto@Filip Zuan

5 gute Gründe, warum ihr Trailrunning ausprobieren müsst

5 gute Gründe, warum ihr Trailrunning ausprobieren müsst

Laufen über Stock und Stein, Springen über Wurzel und Bergbach. Vermatschte Schuhe, aufgeschürfte Knie und eine Menge Dreck auf der Kleidung runden das Bild des Trailrunners ab. Kein Berg ist zu hoch, kein Wetter zu nass und je länger die Tour dauert, desto mehr Geschichten können später erzählt werden. Trailrunning beginnt dort, wo die asphaltierte Straße aufhört. Ein Traillauf ist übersetzt ein Geländelauf (engl. trail = Pfad), welcher überall im Gelände durchführbar ist. Ein hochalpines Gebirge ist nicht zwingend notwendig, so dass auch die Flachländer vom Trailrunning profitieren können. Denn Wälder, Felder, Wiesen und kleinere Hügel gibt es eigentlich überall. Hier kommen meine ultimativen Tipps und Ideen warum auch ihr unbedingt das Laufen fernab der Strasse ausprobieren solltet:

 

1. Freiheit und Neues entdecken

Trailrunning gibt einem die Freiheit, überall laufen zu können, denn diese Sportart ist der Ursprung des Laufens! Anders zum reinen Straßenlauf kommt es beim Trailrunning nicht auf die gelaufenen Kilometer oder das Tempo gemessen in Geschwindigkeit an. Es geht mehr darum, ein Gebiet zu erkunden oder auf möglichst ungewöhnlicher Strecke von A nach B zu kommen. Dabei kommen gerne Karte und Kompass (oder GPS) zum Einsatz und das Laufen gleicht nicht selten einer schnellen Wanderung oder einem intermittierendem Laufen.

 

2. Natur pur!

Wer so durch die Wälder streift und wem keine Steigung zu steil ist, der hat große Freude an Natur und dem graut es auch nicht vor plötzlich einsetzendem Regen, Hagel oder Schnee. Denn im kleinen Rucksack ist für den Notfall immer alles verstaut. Das Schöne beim Trailrunning ist, dass man auch mal stehenbleiben und die Landschaft bewundern darf, da es um das Erlebnis, das Abenteuer und die Herausforderung geht. Der gesamte Körper kommt zum Einsatz und die Sinne werden auf besondere Weise geschult.

 

3. Abwechslung statt Monotonie

Trailrunning ist die pure Abwechslung und bringt dich raus aus der Monotonie der immer gleichen Trainingsstrecken. Und wie lautet doch gleich das Trainingsmotto: Jede Abwechslung im Training fördert die Anpassung und steigert somit das Leistungsvermögen. Rauf, runter, klettern, koordinieren. Beim Trailruninning ist alles erlaubt.

 

4. Voller Fokus

Beim Verlassen der Straße samt hartem Asphalt ändert sich auch die Lauftechnik. Das Laufen auf einem weichen oder unebenen Untergrund erfordert eine andere Koordination und Geschick. Häufig verkleinert sich die Schrittlänge und der Körper muss variabel auf die verschiedenen Untergründe reagieren. Die Rezeptoren in den Füssen werden stark gefordert und somit aber auch gefördert, denn jeder Schritt birgt etwas Neues unter dem Fuß. Die Konzentration wird beim Bergablaufen, vor allem, wenn das Tempo hoch ist, stark beansprucht. Aber was ist schöner, als die Trails runterzufliegen?

 

5. Ruhe, nichts als Ruhe

Beim Trailrunning fernab der Wanderautobahnen beginnt die Stille. Nur der eigene Atmen gibt den Rhythmus des gleichmässigen Laufens als einziges Geräusch wieder. Bleibt man kurz stehen, um zu lauschen, ist dort nichts. Manchmal ist diese Stille unheimlich, manchmal beflügelt sie. In diesem Moment der Ruhe ist die Natur so viel grösser und mächtiger und lädt zum Philosophieren ein.

Das Engadin hat die besten Trails zu bieten, die man sich wünscht: Laute, leise, hohe, kurze, weite und steile. Man muss sich nur trauen und fernab der gewohnten Strecke laufen. Das Abenteuer kann beginnen! I love Trailrunning!

Mein Musiktipp: "Run" - Foo Fighters www.youtube.com/watch

 

Hoch, steil, weit. Alles ist möglich.

Anne-Marie Flammersfeld

Anne-Marie Flammersfeld ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und Ultraläuferin.

2012 konnte sie als erste Frau der Welt alle vier Rennen der "Racing the Planet 4 Deserts Serie" gewinnen und lief 1000 Kilometer die vier grössten Wüste der Welt. Seitdem sucht sie immer wieder neue sportliche Herausforderungen im Wettkampf und in eigenen Projekten, wie „Bottom Up Seven Volcanic Summits“. 2015 konnte sie u.a. einen neuen weiblichen Speed-Run-Weltrekord auf den Kilimandscharo aufstellen. Zudem hält sie weitere Streckenrekorde u.a. beim Nordpol,- und Volcanomarathon.

Mit ihren Wettkämpfen unterstützt sie die Stiftung „Paulchen Esperanza“, die sich für benachteiligte Kinder in Schwellenländern einsetzt.

Die 37 jährige deutsche Sportlerin arbeitet mit ihrem eigenen Unternehmen all mountain fitness als Personal Coach im schweizerischen St. Moritz. Sie hält regelmässig Vorträge zu Themen aus den Bereichen Motivation, Begeisterung, Erfahrung sammeln und Grenzen überwinden.

www.allmountainfitness.ch

annemarieflammersfeld.blogspot.com

 

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1 Kommentare

Tina S.

06. August 2018

Schön und Gut - aber wo bleibt die Natur? Man hat anscheinend Zeit, die Landschaft zu geniessen - dies hat aber wenig mit Natur zu tun, da man ja relativ achtungslos über alles hinweg rennt, was an Natur zu bestaunen gäbe. Natur bedeutet weitaus mehr als schöne Landschaften. Und ein ganz wichtiger Punkt - warum finde ich überall in den Wäldern und auf Bergpfaden Packungen von Gels und Engergieriegeln sowie weisse Taschentücher (als Toilettenpapier verwendet - recyclete, ungebleichte Taschentücher wären aber weitaus naturverträglicher) ? Liebe naturverbundene Trail Runner (und Wanderer) - achtet doch auf die Natur und nehmt euren Dreck wider mit - Danke!