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Skifahren mit Corona: Mit Abstand eine andere Wintersaison

Ich liebe Skifahren. Skifahren bedeutet Freizeit, Freude, Freiheit (und Après Ski). Ich liebe den kühlen Wind in meinem Gesicht, welches im Januar und im April dieselbe Farbe hat – einmal rot wegen der Kälte und einmal rot wegen der Sonne. Sobald der erste Schnee fällt, zähle ich jeweils die Tage bis zum Saisonanfang regelrecht runter. So auch dieses Jahr – auch wenn uns eine etwas andere Saison erwarten wird.

Vor 34 Wochen, fünf Tage vor dem landesweiten Lockdown, stand ich das letzte Jahr auf meinen Skiern – unbewusst. So unbewusst wie die meisten von uns, als sie in der Saison 2019/20 ein letztes Mal die Piste runterbretterten. Komischerweise habe ich mich an diesem Sonntag für die Abfahrt der Traumpiste nach Sent entschieden, welche ich eigentlich nie fahre. Meine letzte Abfahrt wurde ihrem Namen mehr als gerecht. Die Piste war auch am Nachmittag noch bestens fahrbar und die Sonne schien auf meine von den vielen vorherigen Sonnentagen etwas gerötete Nase. Trotzdem, oder eben genau darum musste ich einen kleinen Stopp einlegen, um einige Fotos zu machen. Wer hätte gedacht, dass dies die letzten Fotos der Skisaison werden würden? Wer hätte gedacht, dass fünf Tage später der Lockdown kommen würde? Ich bestimmt nicht.

Heute stehen wir einige Wochen vor der Eröffnung der diesjährigen Wintersaison. Wo ich früher noch auf verschiedenen Internetseiten oder in den Läden nach einem fancy Skidress suchte, bestelle ich mir nun eine Atemschutzmaske zum Skifahren. Diese soll die ideale Kombination aus Schutz, Funktionalität und Nachhaltigkeit sein – überzeugt lege ich sie in den Warenkorb, so wie auch eine dazu passende Skijacke. Weil ich einfach nicht widerstehen konnte.

Nach der für den Tourismus vergleichsweise überdurchschnittlichen Sommersaison steht im Winter viel auf dem Spiel: Gemäss Zahlen von Seilbahnen Schweiz erwirtschaften die Skigebiete rund 75 Prozent ihres Jahresumsatzes in der Wintersaison. Neben diesen sind auch Hotels, Restaurants und Bars von vielen Gästen abhängig. Doch was können wir diesen Winter erwarten? Dürfen wir dieses Jahr ausländische Gäste willkommen heissen? Getraut sich darüber hinaus überhaupt jemand in die Skiferien zu gehen?

Was schon klar ist: Ändert sich an den aktuellen Fallzahlen nichts, wird das Tragen einer Schutzmaske wohl unabdingbar sein. Der Besuch des Bergrestaurants wird in jedem Fall anders verlaufen als bislang und auch der Après Ski wird abgesagt oder nur in reduzierter Form möglich sein.

Zu hoffen gilt, dass sich sowohl Einheimische als auch Touristen an die Vorgaben und Schutzkonzepte der Bergbahnen halten, die Wintersportler eine Portion Geduld ins Skigebiet bringen und damit weitere Einschränkungen oder «mini Lockdowns» verhindert werden können. Denn damit wird die Saison nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für jeden Einzelnen gesundheitlich erfolgreich.

Deshalb: Freuen Sie sich gemeinsam mit mir auf die bevorstehende Skisaison und lassen wir den Sonnenbrand auf der Nase unser grösstes Problem sein.

Und mit diesen Worten möchte ich mich noch kurz verabschieden, weil dies mein letzter Blog Beitrag für die Engadiner Post war! Grazia fich, bleiben Sie gesund, wir sehen uns auf der Piste!

Jan Schlatter

Jan Schlatter aus Scuol hat seine ersten journalistischen Erfahrungen als Praktikant bei der Engadin Post gemacht. Seitdem versucht er sein berufliches Glück ausserhalb des Tals. Regelmässige Besuche der heimischen Berglandschaft sind bei ihm jedoch fest im Terminkalender verankert. Bei diesen findet man ihn wahrscheinlich auf den Skiern, in Wanderschuhen oder auf dem Curlingfeld.

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