Yoga für Mutlose

Eine Yogamatte gehört zu den wohl sperrigsten Dingen, die man mit sich herumtragen kann. Sie passt einfach in keine Tasche. Bild: Carla Sabato

Sich auf einen neuen Ort einzulassen braucht Mut. Es braucht gute Vorsätze und auch ein Stück Überwindung. Da ist es meist einfacher, sich an den vertrauten und sicheren Dingen festzuhalten...


Feinsinn und feiner Sand

Gleich hinter diesem Hügel erstreckte sich einer der schönsten Strände, den ich bisher gesehen hatte. Bild: Carla Sabato

Wie entstehen eigentlich die schönsten Reiseerinnerungen? Durch Zufall? Und muss dafür zuerst ein Plan in die Hose gehen, um genug Offenheit für die schönen Dinge zu besitzen? In Dänemark ist das tatsächlich so. Jedenfalls bei der Bloggerin Carla Sabato.


Pinke Palmen und blutroter Wasserfall

Wer nicht weiss, was los ist, glaubt sich auf einem Filmset. Unter einer gigantischen Plastikhaube, einer Raumstation eines Science Fiction Streifens nicht unähnlich, stürzt mitten auf dem Flughafengelände eine 43 Meter lange Wassersäule nieder. Rundherum ein dichter Wildwuchs aus Palmen, Gummibäumen und sonstigem Gesträuch. Die Shuttlezüge, die die Flughafen-Terminals miteinander verbinden, fahren mitten durch dieses Wunderland. Völlig unerwartet und verwundert staunte ich kürzlich – im Transit von Australien nach Indien - aus dem Zugsfenster und vergass in der Verwunderung, meinen Koffer festzuhalten. Doch: Was zunächst verwirrlich anmutete, entpuppt sich als perfekter PR-Trick. Natürlich will auch ich genauer sehen, was ich aus dem Shuttle nur erhaschen konnte: Den Welt höchsten Indoor-Wasserfall plus Dschungelpflanzen mit Lichtshow und – typisch Singapur - gigantischem Shopping Center. Die Singapuri nennen das alles «Jewel».

 

Der Ansturm auf das Juwel war noch Tage nach der offiziellen Eröffnung ungeheuerlich. Ordnungskräfte versuchten, den Besucherstrom zähmen. Touristen, die glaubten, ihre Transitzeit im Flughafen mit einem Besuch des Sturzbaches zu verkürzen, verpassten wegen den langen Warteschlangen und dem Chaos gar ihre Anschlussflüge. Das Juwel unter einer gigantischen Haube, in der im tropischen Inselstaat erfrischende 23 Grad herrscht während draussen innert Kürze das T-Shirt am Rücken klebt. Offenbar soll das Jewel dank neuster Technik zwar nicht gerade energieneutral sein, aber dennoch halbwegs vernünftig bezüglich Wasser- und Stromkonsum – sagen die Verantwortlichen. Ich sitze auf einer Bank und schaue dem Treiben fasziniert zu – den Leuten, die ihre Grosskoffer durch den Dschungel rollen, die Enkelinnen, die ihre Grossmütter im Rollstuhl möglichst nahe an den Wasserfall karren, all die Selfie-Stangen, die ausgefahren werden, um Orchideen in Makro und Grossfamilien im Gegenlicht zu knipsen.

 

So richtig bunt wird es nachts, wenn die Kunstwelt mit violett, blau und rot bestrahlt wird. Alle paar Stunden gibt es eine Lichtshow mit Musik. Pinke Palme. Blutroter Wasserfall. Hellblaue Gummibäume. Wir Menschen sind schon eigenartige Wesen. Bauen uns romantische Natur, nachdem wir die ursprüngliche verschmutzt und kaputt gemacht haben, bestrahlen die Kunstwelt mit rot und blau, statt uns am natürlichen Grün satt zusehen. Und zum guten Schluss beschallen wir das ganze mit Beats vom Synthesizern und reduzieren das Rauschen des Wasserfalles auf WHO-normiertes, medizinisch unbedenkliches Niveau. Da wirkt der ohrenbetäubender Lärm von den Flugzeuge auf dem nahen Flugfeld fast natürlicher.

 


Per Batterie durch die Galaxie

Ein Blick auf diesen Apfel und jeder weiss wer gemeint ist. Bild: Carla Sabato

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es hinter den Kulissen der Firma mit dem angebissenen Apfel aussieht? Nach einem kurzen Ausflug kann ich Ihnen sagen: Es wird blau, seltsam und auch etwas unheimlich. Aber am Besten denkt man gar nicht zu viel darüber nach.