Von glasklaren Quellen

Foto: Daniel Zaugg

Quellen sind für Journalisten unverzichtbar. Nur so kommen Sie zu den relevanten Informationen, um damit recherchieren und später einen Bericht schreiben zu können. Vom Umgang mit solchen Quellen handelt der Redaktionsblog der EP/PL-Redaktion.


Black Lives Matter und ich

Foto: shutterstock.com

Wichtige Themen brauchen Zeit und Vertiefung. Die spezifischen Probleme in den Vereinigten Staaten sind ein guter Ausgangspunkt, um über den eigenen Rassismus nachzudenken.


Glücklichsein durchs Duschen allein?

Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht mit dem Glücklichsein. Ich für meinen Teil bevorzuge Trainingsläufe oder Wanderungen durch die Berge, um nachher auf Wolke Glück zu schweben. Bin ich morgens mit dem falschen Fuss aus dem Bett gekrochen, dann kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit auf dieses einfache Mittel zurückgreifen. Natürlich würde ich Ihnen jetzt am liebsten empfehlen, es mir nachzumachen. In meiner langjährigen Tätigkeit als Trainerin, Motivatorin, Antreiberin, Schinderin und Folterknechtin (ja, was ich mir alles anhören muss), weiss ich allerdings, dass nicht alle in den Genuss der körperlichen Leibesertüchtigung kommen wollen oder kommen können. Um Glück zu empfinden, kann man natürlich auch auf andere Methoden zurückgreifen und unter anderem auch ganz passiv konsumieren. Die Produktexperten für den alltäglichen Lebensmittelbedarf haben sich da interessanterweise ein ganzes Sortiment an vielversprechenden und verheissungsvollen Artikeln ausgedacht. Letztens stand ich vor der voluminösen Auswahl an Duschgels und war fasziniert: ich konnte mich entscheiden, ob ich beim Duschen «Glück», «Vitalität», «Lebensfreude» oder «Ruhe und Gelassenheit» erfahren wollte! Na, wenn das mal so einfach ist, dachte ich, und kaufte eine ganze Armada der Produkte. Die Beschreibungen auf den Verpackungen liessen auf einiges hoffen: Von «Hebt die Stimmung nachweislich» über «Lache und die Welt lacht zurück» bis hin zu «Wirkdusche». Solche Aussagen wollen suggerieren, dass allein durch das Benutzen dieser Produkte etwas Positives in uns ausgelöst wird. Dusche nur mit dem richtigen Mittel und du wirst so glücklich, fröhlich und gelassen, dass die Sonne 24 Stunden scheint. Kann denn so etwas funktionieren? Ist das «glücklich-sein» im Prinzip so einfach?

Was wir erwarten oder befürchten, neigt dazu, wahr zu werden. Im Fachjargon nennt man dieses Phänomen die «Selbsterfüllende Prophezeiung». Das heisst, unsere Erwartungen beeinflussen unser Verhalten. Es gibt da ein schönes Experiment: Versuchspersonen wurden Bildern von Menschen gezeigt, die sie anschliessend in die Kategorie «sympathisch» und «unsympathisch» einordnen sollten. Im Anschluss teilte man den Probanden mit, sie würden am Telefon nun mit den Personen sprechen, die sie als «sympathisch» kategorisiert hatten. Eine andere Gruppe sollte mit den Personen sprechen, die sie als «unsympathisch» eingestuft hatten. Diejenigen, die ihren Gesprächspartner zuvor «sympathisch» empfanden, verhielten sich freundlicher, lebhaften und in einer wohlwollenden Art. Diejenigen, die glaubten, sie hätten an der anderen Leitung den unsympathischen Menschen, verhielten sich kühl, abweisend und desinteressiert. Nun fragen Sie sich doch mal, wie Sie reagieren, wenn Ihnen jemand kühl, reserviert und arrogant begegnet! Die meisten von uns werden ebenfalls abwertend und kühl reagieren. Menschen reagieren dann oft mit dem Satz «Ich hab’s ja kommen sehen», oder «Ich wusste ja schon immer, dass er/sie etwas gegen mich hat». Es erfüllt sich das, was wir erwarten. Wenn ich also erwarte, dass mich das Duschen mit dem Duschgel «Glücklich sein» fröhlich stimmt, dann tritt das auch ein? Mit diesem Gedanken stehe ich täglich unter der Brause und muss schon beim Anblick dieses Produktes herzhaft lachen! Das Leben kann wirklich – auch ohne Bewegung- so einfach glücklichsein…

 

Mein Musiktipp: www.youtube.com/watch

 


Latzhosen-Waschmaschinen-Kollision

Volle Kraft auf Kollision! Bild: Carla Sabato

In Coronazeiten beschäftigt man sich doch (gezwungenermassen) intensiver mit dem Inhalt der eigenen Wohnung. Dass dabei unerwartet Kindheitserinnerungen von aussen hereinschneien, wenn man sich doch eigentlich gerade auf in die Zukunft machen wollte, gehört wohl auch dazu.