Lasst die Muskeln spielen!

Wussten Sie eigentlich, dass unser Körper von über 656 Muskeln gehalten, getragen und bewegt wird? Wir können dadurch laufen, liegen, lachen, schlafen und die grossen Abenteuer des Alltags erleben. Manche Muskeln lassen sich auch nicht bewusst bewegen, wie etwa der Herzmuskel. Ich kann meinem Herzen ja nicht willentlich befehlen, dass es für die nächste Minute mal nicht schlagen soll. Meinen Fingern kann ich aber die Befehle geben, sich möglichst schnell über die Tastatur zu bewegen, so dass ich diesen Text hier schreiben kann. Solange alles funktioniert, braucht man sich auch keine Gedanken zu machen. Muskeln bekommen leider erst dann eine übergeordnete Funktion, wenn sie zu schwach werden und Bewegungen unmöglich machen. Alle, die schon mal vom Schuss einer Hexe getroffen und sich in Sekundenbruchteilen in ein kriechendes Etwas auf allen Vieren verwandelt haben, wissen, was ich meine. Die Muskulatur, als schützendes und stabilisierendes Korsett, versteift und macht Bewegungen unmöglich. In diesem Moment denkt man dann wahrscheinlich an die vielen Vorsätze, die man sich zum Jahresanfang gesetzt hat. Und wie durch magische Hände ist die Zeit ja schon wieder so schnell vergangen und der Vorsatz ist mit der kürzlichen Schneeschmelze im Toten Meer abgesoffen. Dabei bietet Krafttraining so unendliche Vorteile!

Muskeln machen schön und schlank, denn: Wer Muskeln aufbaut, hat einen schnelleren Stoffwechsel und verbrennt dadurch mehr Zucker. Dazu eine kurze Quizfrage: Fiat Panda und Porsche stehen im Leerlauf an der Ampel: Welches Auto verbrennt mehr Energie? Natürlich der Porsche, weil dieser viel mehr Kraft unter der Haube hat. Wer mehr Muskeln hat, verbrennt also auch abends auf dem Sofa mehr Kalorien!

Muskeltraining kennt auch kein Alter. Wissenschaftler untersuchten in einer Studie mit 65-jährigen Männern (für Frauen gilt das auch!) die Auswirkungen von Krafttraining im Alter. Die Gruppe, die die in diesen zählt Jahren kein Training machte, verlor 24 Prozent der Maximalkraft des Kniestreckers (Quadriceps) und der Querschnitt verringerte sich um 16 Prozent. In einer anderen Studie konnte festgestellt werden, dass bereits ein zwölfwöchiges Krafttraining mit submaximalen Intensitäten einen Gewinn der Maximalkraft von 16 Prozent ergab. Man muss jetzt wirklich kein Mathegenie sein um auszurechnen, was das Training bewirkt. Die Geniebegabung kommt höchstens zum Einsatz, wenn es darum geht, mit dem Training zu starten. Und hier liegt oft der Hund begraben. Sie müssen jetzt nicht gleich zu Arnold Schwarzenegger oder Tamara Press mutieren. Ein Krafttraining kann man super easy in den Alltag einbauen. Zehn Liegestütz am Abend und zwanzig Kniebeugen am Morgen. Ein paar Turnübungen im Büro, ein bisschen Treppensteigen auf dem Heimweg und hier und da mal eine Parkbank als Trainingsgerät umfunktionieren. Mit Muskeln haben Winkearme, Hängehintern, Fettschürzen und Orangenhaut nämlich keine Chance. Ran an den Speck und auf die Plätze, fertig los! Neue Vorsätze kann man auch im Februar noch machen!

Mein Trainingstipp: www.youtube.com/watch